Illegalität und Körper / 28.04 / Tagung an der HGB Leipzig

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Please contact us if you need translation (English, Arabic), we’ll try our best: lindeth@hgb-leipzig.de

TAGUNG // PERFORMANCE / LECTURE / VORTRAG / DISKUSSION / FILMVORFÜHRUNG // TAGUNG

Freitag 28.04.2017, HGB Leipzig, Raum 2.41

Welches solidarische und emanzipatorische Potenzial können Handlungen und Performanz im Kontext institutionalisierter Illegalisierung entwickeln? Die Akteur_innen der Tagung nehmen ihre eigene (Il)legalität zum Anlass für eine kritische und performative Hinterfragung der bestehenden Verhältnisse.

NOBODY IS ILLEGAL, BUT SOME BODIES ARE MORE LEGAL THEN OTHERS – WHY?

PROGRAMM (Eintritt frei)

14.00 Wahshi K., “Illegale Performance”, Performance (Deutsch)
Die Flucht_Performance macht die Grenze schwach. Der Körper des geflüchteten Menschen, nachdem er die Grenze außerhalb Europas zur Schwäche gebracht hat, performt seine Nicht(da)zugehörigkeit_Performance zwischen Bürger_in und Gesetzen, dazwischen, in einem marginalisierten und halb (il)legalen Leben. Wahshi K. inszeniert seine Illegale_Performance wieder und versucht künstlerisch, dieses marginalisierte Leben zu repräsentieren.

15.00 Veronika Albrandt, “Sicht im Anhören”, Vortrag (Deutsch)
Koloniale Narrative erzählerischer Disziplinen, wie Film und Literatur, sowie die meisten Repräsentationen der Justiz legitimieren die Entscheidungspraxen von Behörden und Gerichten im Hinblick auf das Recht auf Schutz und die Illegalisierung von Menschen. Im Vortrag zur Webseite sicht-im-anhoeren.net zeichnet sich ein Bild der Justiz ab, das die Spannungen, die sich aus den Verfelchtungen verschiedener Einflüsse ergeben berücksichtigt. Dieses Bild macht Anknüpfungspunkte für weitere widerständige Erzählung sichtbar und thematisert die Widersprüchlichkeiten des Legalen.

15.45 B., “Warum ich nicht teilnehmen kann”, Textbeitrag (Arabisch mit Übersetzung)
Ich kann meinen Name nicht sagen und ich kann nicht teilnehmen. Eigentlich kann ich nicht einmal sagen, dass das, was ich sage, stimmt. Soll ich sagen: Ich bin illegal? Das geht nicht, denn illegal zu sein ist illegal. Ich kann nicht teilnehmen, weil ich illegal bin, und ich kann nicht sagen, warum ich nicht teilnehmen kann, weil ich nicht sagen darf, dass ich illegal bin. Ich sage das und was ich sage stimmt nicht. Nehme ich teil? Darf ich etwas sagen?

16.00 Pause

16.30 Vorführung des Vortrags “Performing the Political” von Judith Butler (Englisch)
Judith Butler geht in diesem Vortrag auf die Performance der Punk-Band Pussy Riot in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau ein. Diese Performance betrachtet die Philosophin im grösseren Zusammenhang der politischen Demonstration, dabei konzentriert sie sich besonders auf feministische Performance-Kunst, Äußerungen der öffentlichen Kritik, die Gefahr der Inhaftierung und die Lage der politischen Gefangenen.

leipzig

17.00 Zofia nierodzińska, “Als ich entdeckte, dass ich einen Körper habe und dass dies illegal ist. Abtreibung als Inspiration zur visuellen Geschichtserzählung”, Lecture Performance (Deutsch)
In ihrem audiovisuellen Vortrag nimmt Zofia nierodzińska das Thema Abtreibung als Ausgangspunkt für eine Reflexion über Illegalität. Dabei zieht sie ihre situierte Perspektive in Betracht und berichtet über ihr Engagement als Abtreibungs-Aktivistin bei der polnisch-deutschen Gruppe ‘Ciocia Basia’. Ihre Persönliche Erfahrung verflechtet sie mit einem wissenschaftlichen Diskurs und der Frage nach den Grenzen eines Körpers. Die Perspektive einer Frau als sprechendes, agierendes Subjekt im Bezug auf feministisch-emanzipatorische Diskurse wird hier im Vordergrund stehen.

Zofia nierodzinska, Vortrag Leipzig 2017

18.00 Talking Feminism #6, Offene Diskussion (Englisch)
Die Idee für die Reihe selbstorganisierter Treffen entstand aus einem Feminismus-Seminar an der HGB. Wir wollten die Themen weiter befragen und ausdiskutieren, jenseits der Institution. Dabei besprechen wir unsere eigene Erfahrungen und wollen von denen anderer lernen. Fragen sind super, sie bringen uns weiter. Diskutieren ist informativ. Erklären ist spannend. Übersetzen macht spaß. Sprechen ist zuhören. Wir geben einen kurzen Input, dann können wir gemeinsam diskutieren.

19.00 Pause

19.30 Filmvorführung “Geschenkt wurde uns nichts” (Eric Esser) (Italienisch mit englischen Untertitel), Einführung von Thomas Lindenberg (Englisch)

Der Film porträtiert die ehemalige Partisanin und spätere Gewerkschafterin Annita Malavasi, die während der deutschen Besatzung Italiens im Zweiten Weltkrieg zu den wenigen ranghohen kommandierenden Frauen in der Widerstandsbewegung zählte. Im Film erzählt sie die Geschichte einer lebenslange Emanzipation, die mit dem Befreiungskampf gegen den Faschismus begann. Zusammen mit zwei Genossinnen berichte sie von ihrer Zeit in der Resistenza und ihrer Bedeutung für sie und viele andere Frauen.

EIN PROJEKT VON: Veronika Albrandt, Wahshi K., Thomas Lindenberg, Zofia nierodzińska, Lisa Schwalb

DESIGN: Teresa Schönherr

GEFÖRDERT DURCH: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Common Ground (UdK Berlin), Interflugs (UdK Berlin), StuRa der HGB

https://www.facebook.com/events/433420227007185/permalink/437908793224995/

Veronika Albrandt: http://www.sicht-im-anhoeren.net

 

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