Materialität der Arbeit. Eine Assemblage. Ein Ziegel (ein Stück Kuchen).

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der film.jpgZofia nierodzinska. wstep Materialität der Arbeit. Eine Assemblage. Ein Ziegel. 08.12.2015_Seite_02

(Fot.K.Kubik)

The work is a Master Thesis written at the University of Arts in Berlin. It connects theory and artistic praxis together in the form of an assemblage. The end products of the work are: a book, a painting and a drawing film. While working on the project I tried to find symbolic representations for a material, physical labour in order to make it visible and culturally valuable. I translated the ECTS credit points, the abstract symbolic currency valid at the university, into hours of work in a cake shop, which have their own equivalent in money. Money into pieces of cake, cake into calories, calories into energy, energy into a number of minutes needed to read a page of a scientific text, this into centimeters of a drawing and those into an amount of carbon dioxide produced whilst reading aloud.

I described my work as an assemblage, a concept which is inspired by Jane Bennett’s material philosophy and can be traced back to the Gilles Deleuze’s and Felix Guattari’s thoughts on bodies without organs, which I mixed with a dose of experience left behind by modern art’s history. The assemblage mode of production allowed me to evolve a mixture of material_symbolic praxis_theory of work and to put calculable, constructed values into question. This realistic approach to the subject opened up a possibility for a notion of work as an unmediated pleasure.

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Arbeit. Was ist Arbeit? Wie wird sie in einem Kunstkontext wahrgenommen?

Was unterscheidet eine symbolische von einer konkreten Arbeit?

Damit ich diese Fragen beantworten kann, entschied ich mich die zwei von mir ausgeübten Tätigkeiten – als eine Kunststudentin im Institut für Kunst im Kontext und als Verkäuferin in einem Kuchenladen – zu vergleichen. 

Zeit im Kuchenladen wird in Geld gemessen, der Workload im IfKiK der UdK hingegen in ECTS-Punkten. Ein Stück Zeit kostet in dem Kuchenladen 8,50 Euro, an der Universität 0,03 Punkte, was bei einem Preis von 3 Euro für ein Stück Kuchen 2040 Stück Kuchen für das ganze Masterprogramm mit zwei Projekten macht, klein und groß, Konzeption, Planung, Durchführung, Präsentation und Dokumentation inklusive. Zusammen 3600 Stunden, 30600 Euro, 10200 Stück Kuchen, 120 Punkte. An einem Tag backen drei bei dem Kuchenladen angestellte Konditor_innen rund 100 unterschiedliche Kuchen, wenn jede_r Konditor_in acht Stunden arbeitet, befinden sich dann in einem Stück Kuchen rund 1,5 Minuten ihrer_seiner Zeit. In einer Stunde ihrer_seiner Zeit backt ein_e Konditor_in rund 33 Kuchen, verdient aber nur 22 Stücke, also ein wenig mehr als die zwei ganzen Torten. Was passiert mit dem Rest von 31 Torten? Eine der Antworten könnte, laut Terminologie von Karl Marx, im Mehrwert-Begriff erfasst werden, der vom Kapitalisten, hier der Chef in Form des Kapitals, nach der Bezahlung aller Betriebskosten, akkumuliert werden kann. Zum Vergleich – in einer Stunde Zeit kann ein_e UdK-Student_in 0,03 Punkte verdienen und produziert keinen Mehrwert, also gehört der ganze Gewinn ihr_ihm, er hat aber keine breite Anwendung in der Welt außerhalb der Universität, was bedeutet, dass man für ECTS-Punkte leider keinen Kuchen kaufen kann. Was ein_e Student_in der UdK mit ihren_seinen Punkten verdient hat einen symbolischen Wert, es ist ein abstrakter Betrag, der keinen wirtschaftlich anerkannten Wechselkurs hat.

Meine Masterarbeit besteht aus drei Produkten: einem Buch, einem Zeichenfilm und einem Bild. Für die Entstehung des Produkts in Form des Buches ließ ich mich von der Kunst der Konditorei inspirieren, was auf der ästhetischen Ebene die zwei anscheinend unterschiedlichen Arbeitskontexte (IfKiK, Bäckerei) in einem gemeinsamen Format zu verbinden sucht. Das Buch wird für diejenigen gestaltet, die eine Inspiration für eine erfolgreiche Masterarbeit Typ C* suchen und aus meiner Erfahrung lernen wollen. Mein Ziel ist, die Geheimnisse meiner Kunst für allen Interessierten zugänglich zu machen und eine Art von Rezepten zu schaffen, die mit ähnlichen Zutaten und ein wenig Talent reproduziert werden können.

Ich bin immer ein Teil der Assemblage.

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